Bloße Sympathie ist ein oftmals viel zu wenig beachteter Faktor. Welchen Wert hätte z.B. eine Band wie ACADIAN POST, würde man sie nur auf eine wie auch immer bemessene aktuelle Qualität und eine mögliche Platzierung nach pophistorischen Gesichtspunkten prüfen? Vielleicht den des wohlmeinenden Versuchs, CALEXICO mit leicht geänderten Vorzeichen nachzubauen – Barroom-Jazz statt Mariachi-Bläsern und Chanson statt Songwriter. Nimmt man jetzt einfach die gut gelaunte Ausstrahlung der Songs mit in den Eindruck hinein und die fröhliche Vielfalt der Arrangements, sowie alles das, was überzeugende Ideen ausmacht, so kommt man einfach mit obigen Kriterien nicht weit genug. Denn letztendlich ist es egal, wo sich das Debüt "Acadian Post" (XXS / Indigo) einordnen lässt, solange einen die Songs und ihre Umsetzung irgendwie treffen und sei es der einfache Sympathiefaktor des nettesten Indie-Pops von nebenan. Dieses Album will einfach in meinem Auto gehört werden und mich gut gelaunt mitsummend durch die Widrigkeiten des Individualverkehrs leiten. Und dafür muss man eine Band wie diese einfach gern haben.